FunkWX am Wochenende - SFI unter 100 Einheiten

von darc.de

Die geomagnetische Aktivität wird voraussichtlich weiterhin gering bleiben. Im Laufe des Wochenendes sind jedoch mit geringer Wahrscheinlichkeit schwache Auswirkungen eines streifenden koronalen Masseauswurfs (CME) möglich, der die Sonne am 4. August verlassen hat. Die Flare-Aktivität wird über das Wochenende sehr gering sein (M10 %, X01 %). Es gibt außerdem einen kleinen Negativrekord: Nach langer Zeit ist der solare Fluxindex wieder unter die Marke von 100 gefallen. Das letzte Mal hatten wir das ... ... am 13. April dieses Jahres. Nächste Woche müssen wir auch mit Werten um 90 Einheiten rechnen. Aber: Richtung kommendes Wochenende geht es wieder aufwärts, wenn besonders aktive Sonnenfleckenregionen zurückkehren. Der 10,7-cm-Sonnenfluss, das heißt die Sonnenflussdichte bei einer Wellenlänge von 10,7 cm, wird mit zwei vollautomatischen Radioteleskopen gemessen, sogenannten „Flux Monitors“, die sich am Dominion Radio Astrophysical Observatory in Kanada befinden. Die täglichen Daten findet ihr unter spaceweather.gc.ca/forecast-prevision/solar-solaire/solarflux/sx-5-flux-en.php. Vorausschau Der Blick auf die kommenden Tage lässt ein weiterhin ruhiges bis leicht unbeständiges geomagnetisches Umfeld bei moderater solarer Aktivität erwarten. Die geomagnetische Aktivität bewegt sich überwiegend im Kp-Bereich von 1 bis 3. Damit bleibt die Grenzfrequenz der F2-Schicht recht stabil, ohne dass es zu den gefürchteten sturmbedingten MUF-Einbrüchen kommt. Auch ist das Risiko für M-Flares gering bis moderat, weshalb plötzliche Mögel-Dellinger-Effekte nur vereinzelt zu erwarten sind. Damit ist und bleibt 20 m das verlässliche Allround-Band. Es öffnet früh am Morgen, bleibt den ganzen Tag stabil für weltweite DX-Verbindungen offen - und das oft bis tief in die Nacht hinein. 30 m und 17 m liefern tagsüber und am frühen Abend sehr gute Signale und bieten eine ruhigere Alternative zum häufig dicht belegten 20-m-Band. 15 m öffnet tagsüber zeitweise für DX über die F2-Schicht, insbesondere Richtung Afrika, Südamerika und Indischer Ozean. Die reguläre F2-Ausbreitung ist sommerbedingt auf 12 und 10 m eher verhalten. Aber: Es treten weiterhin regelmäßig Sporadic-E (Es)-Erscheinungen auf. Dadurch sind sprunghafte, sehr starke Signale innerhalb Europas (Reichweiten von 800 bis 2100 km) möglich. Für kürzere Distanzen bieten am Tag 60 und 40 m hervorragende NVIS-Bedingungen (Near Vertical Incidence Skywave / Steilstrahlung) innerhalb Mitteleuropas (bis ca. 500–800 km); sowie nachts Richtung Übersee (80-40 m). Jedoch ist vor allem auf 80 m mit erhöhtem statischem Rauschen durch Gewitteraktivität (QRN) zu rechnen.