Die ruhige geomagnetische Aktivität der letzten Tage setzt sich fort (Kp +/-2). Leider auch der niedrige solare Flux (SFI 111). Auch die Flareaktivität ist gering bis mäßig (M1.3 20/0151 UTC; M15% X01%). Dies, in Verbindung mit der sommerlichen Flaute, führt zu einer gedämpften MUF. DX-Verbindungen oberhalb 21 MHz sind selten. Immerhin gibt's Sporadic-E auf 10 und 6 Meter - inkl. Multi-Hop-Öffnungen. Doch wie kommt's zur Sommerflaute? Durch die längere Tageslänge und den hohen Sonnenstand am Mittag wird die Atmosphäre im Sommer stark aufheizt und dehnt sich deswegen aus. Die für die Kurzwellenausbreitung entscheidenden freien Elektronen verteilen sich dadurch auf ein größeres Volumen, ihre Dichte sinkt also - und damit auch die kritische Frequenz, die gerade noch zur Erde zurückgebrochen wird. Weil andererseits die Nacht so kurz ist, gehen deutlich weniger freie Elektronen durch Rekombination verloren als im Winter, die kritische Frequenz sinkt daher nachts nicht sehr so stark ab. Daher sieht die MUF-Kurve dieser Tag fast schon ein wenig nach Rauschen aus: Die höchste nutzbare Frequenz wabert in einem recht engen Korridor zwischen 18 und 21 MHz hin und her, nur ab und zu fällt sie auf 14 MHz ab. Folge: Die Tag/Nacht-Unterschiede sind gering. Und solange keine Störungen das Bild trüben, kann man auf dem 20-m-Band schon fast von Dauerbetrieb sprechen.